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Bundesgerichtshof prüft Rückerstattung von Verlusten bei illegalen Online-Casinos

Geschrieben von Noah Russell · 11.10.2026

Bundesgerichtshof prüft Rückerstattung von Verlusten bei illegalen Online-Casinos

Gerichtssaal mit Richtern und Anwälten während einer Verhandlung zum Online-Glücksspiel in Deutschland

Der Bundesgerichtshof (BGH) befasst sich derzeit mit der Frage, ob Spieler Verluste aus illegalen Online-Casinos zurückfordern können, und zwar in einem konkreten Verfahren, in dem ein Kläger etwa 10.000 Euro von Tipico Games verlangt. Die Einsätze erfolgten zwischen Dezember 2020 und September 2022, als der Anbieter über eine maltesische Lizenz verfügte, jedoch keine deutsche Genehmigung besaß. Untergerichte hatten die Glücksspielverträge bereits für nichtig erklärt, weil sie gegen das damalige vollständige Verbot von Online-Casino-Spielen in Deutschland verstießen.

Hintergründe des laufenden Verfahrens

Das Verfahren vor dem BGH schließt sich an frühere Entscheidungen an, bei denen die Wirksamkeit von Verträgen mit ausländischen Anbietern ohne deutsche Zulassung geprüft wurde. Der Kläger hatte während des genannten Zeitraums Beträge bei Tipico Games eingesetzt, und die unteren Instanzen sahen darin einen Verstoß gegen nationale Vorschriften, die zu dieser Zeit ein vollständiges Verbot vorsahen. Beobachter verfolgen den Fall genau, weil er als Präzedenz für ähnliche Klagen dienen könnte, die in verschiedenen deutschen Gerichten anhängig sind.

Die Rolle des Europäischen Gerichtshofs

Im April 2026 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Grundsatzurteil festgestellt, dass das EU-Recht nationale Verbote sowie Rückerstattungsansprüche gegen Betreiber aus anderen Mitgliedstaaten nicht ausschließt. Dieses Urteil bildet die Grundlage für die aktuelle Prüfung beim BGH, da es die rechtliche Lage für deutsche Spieler und ausländische Anbieter weiter konkretisiert. Die Entscheidung des EuGH betont, dass Mitgliedstaaten ihre eigenen Regelungen zum Schutz vor illegalem Glücksspiel aufrechterhalten können, ohne dass dies gegen europäische Vorgaben verstößt.

Symbolbild eines Online-Casino-Bildschirms mit Spielautomaten und rechtlichen Dokumenten im Hintergrund

Ablauf und aktuelle Entwicklungen im Oktober 2026

Im Oktober 2026 liegt der Fall beim 1. Zivilsenat des BGH, der nun über die Zulässigkeit der Rückforderung entscheiden soll. Die Vorinstanzen hatten die Verträge als unwirksam eingestuft, weil der Betreiber keine deutsche Erlaubnis besaß und somit gegen das zu dieser Zeit geltende Verbot verstieß. Der BGH muss klären, ob der Kläger die eingesetzten Beträge tatsächlich zurückerhalten kann, und zwar auf Basis der nationalen Regelungen sowie der europäischen Rechtsprechung. Experten verweisen darauf, dass ähnliche Fälle in mehreren Bundesländern bereits zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben, weshalb eine höchstrichterliche Klärung als notwendig gilt.

Rechtliche Grundlagen und frühere Entscheidungen

Die unteren Gerichte stützten sich auf das frühere totale Verbot von Online-Casino-Spielen in Deutschland, das bis zur Einführung des neuen Glücksspielstaatsvertrags galt. Tipico Games verfügte zwar über eine maltesische Lizenz, doch diese reichte nicht aus, um die Spiele legal in Deutschland anzubieten. Der EuGH hatte in seinem April-Urteil klargestellt, dass solche nationalen Verbote mit EU-Recht vereinbar sind und dass Spieler unter bestimmten Bedingungen Ansprüche geltend machen können. Daten aus Gerichtsakten zeigen, dass der Kläger in dem genannten Zeitraum insgesamt rund 10.000 Euro verlor, und die Klage zielt darauf ab, diese Summe zurückzuerhalten.

Bedeutung für weitere Verfahren

Das BGH-Verfahren könnte Auswirkungen auf zahlreiche andere Klagen haben, die derzeit vor deutschen Gerichten laufen. Viele Spieler hatten während der Verbotszeit bei Anbietern mit ausländischen Lizenzen gespielt und fordern nun ihre Verluste zurück. Die Entscheidung des BGH wird zeigen, wie weit die Rückerstattungsansprüche reichen und welche Rolle die EuGH-Rechtsprechung dabei spielt. Behörden und Gerichte beobachten den Ausgang genau, da er die Durchsetzung des nationalen Glücksspielrechts beeinflussen wird.

Fazit

Der BGH setzt die Prüfung des Falls fort, und die Entscheidung steht noch aus. Das Verfahren basiert auf den konkreten Fakten des Klägers gegen Tipico Games sowie auf der EuGH-Entscheidung vom April 2026. Weitere Entwicklungen werden zeigen, wie deutsche Gerichte künftig mit ähnlichen Rückforderungen umgehen.